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Warm Bodies

Es gibt uns in allen Formen und Farben, lebende Leichen,
manchmal mit Narben.

Wir sitzen im Büro, sollen perfekt funktionieren,
bis der Chef erwägt zu fusionieren.
Wir liegen unter künstlichen Sonnen, grillen, verbrennen
und wenn wir nicht gehen, dann sind wir im Kommen.
Wir reden laut und reden viel, dabei bleibt keine Zeit zu fragen, ob es jemand hören will.
Wir sehen fern, meinen wir werden unterhalten und merken nicht, wie wir langsam verkalken.
Wir sitzen in Kneipen, tanzen auf Tischen, Bänken und Stühlen, um mit jedem Bier auch die Sinnlosigkeit hinunterzuspülen.

Es bleibt hier klar zu sagen, uns liegt mehr an Antworten als an Fragen.

Wir essen den Kuchen und verteilen die Krumen, vergessen gern, von klein auf groß zu zoomen.
Wir lassen uns wählen, doch eines ist klar, profitieren werden die Konzerne, auch dieses Jahr.
Wir schlagen die Kleinen und küssen die Großen,
sind hörig und zügellos zugleich. Wozu denn Bildung, Hauptsache wir sind kinderreich.
Wir sitzen im Stadion als jubelnde Masse und tragen stolz unsere Schals. Der Kopf bleibt kalt, wohlig warm der Hals.
Wir kontrollieren und strafen in Bussen und Bahnen.
Wer uns nicht kennt, wird es sicher schon ahnen.

Es sieht hier ganz so aus, als sei unser Leben keine Gabe, sondern ein Graus.

Wir kapseln uns ein, denken, aber wollen nichts sagen,
um die Meinungen der Anderen nicht zu ertragen.
Wir schreiben Texte über Liebe, Schmerz… Themen dieser Sorte, erheben uns selbst, allein durch die Worte.
Wir tun nichts anderes als uns zu grämen, würden es nicht verkraften, müssten wir uns schon wieder schämen.
Wir flanieren beschwingt, erwerben dies und jenes und noch ein Stück, sagen dann, das wäre Glück.
Wir sind ohne Rücksicht, sehen nur das Geld, erkennen vielleicht nie, dass auch noch was anderes fehlt.

Es geht mit uns zu Ende, ein Leben lang, man wünscht Gute Besserung, denn wir sind krank.

Wir hängen an Schläuchen, Maschinen übernehmen das Atmen, wie lange noch, da heißt es warten.
Wir pilgern zu Stätten und beten zu Gott in der Not, übersehen wir dabei nur, der ist doch längst tot.
Wir beschwören Angstphantome und beherrschen Millionen.
Auf Kosten der Freiheit wird sich die Sicherheit lohnen.
Im höheren Auftrag marschieren wir uniformiert.
Sind verarmte Muttersöhne, mögliche Mörder, stets schlecht informiert.
Wir sind gemein, zudem gefährlich. Wer soll uns schon kriegen, also ehrlich?


Von uns als Phänomen gäbe es noch vieles zu berichten, doch darauf möchte ich an dieser Stelle verzichten.
11.4.06 08:12


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